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ORTSGESCHEHEN

Rathausumbau unumkehrbar

Die Absicht des künftigen Bürgermeisters Sebastian Thaler (SPD), die Umbaupläne für das Rathaus nochmal grundlegend auf den Prüfstand zu stellen, ist wohl vereitelt. In der allerletzten Sitzung des scheidenden Bürgermeisters Josef Riemensberger (CSU) haben CSU und FWG im Bauausschuss einen weiteren Planungsschritt bis hin zum genehmigungsfähigen Plan bei drei Fachbüros beauftragt, so dass ein potentieller Ausstieg aus der Planung allmählich nicht mehr denkbar ist.
Thaler hatte im Wahlkampf definitiv erklärt, die Pläne neu bewerten zu wollen, und mit der Alternative einer Neubauplanung geliebäugelt. SPD, Grüne und "Bürger für Eching", die Unterstützergruppen Thalers, forderten vor der Zementierung der Planungsrichtung durch die drei neuerlichen Aufträge, "innezuhalten und nochmal zu überdenken", wie SPD-Sprecherin Anette Martin sagte: "Bei der geänderten Situation ist das schon eine Überlegung wert". Angesichts des deutlichen Wahlerfolgs für Thaler könne "vielleicht auch das Wahlergebnis dazu beitragen, etwas zu überdenken", appellierte sie.
Otmar Dallinger (FWG) hielt dagegen, man sei jetzt schon "zu tief eingestiegen" und angesichts der Probleme am Gebäude gebe es "wirklich Handlungsbedarf". Er fände es "einfach nicht okay, jetzt zurück auf Start zu gehen". Simon Schindelmayr (CSU) stellte die von Martin angeführte "geänderte Situation" in Abrede: "Verändert hat sich nur eine Stimme im Rat", betonte er. Auch mit Dienstantritt Thalers behalten CSU und FWG ihre Mehrheit.
"Wir hatten eine Bürgermeisterwahl", sagte Riemensberger, "und keinen Bürgerentscheid zum Rathaus". Was würde ein Planungsstopp "für einen Eindruck hinterlassen bei denen, die an dieser Planung mitgearbeitet haben", mahnte er. Oliver Schlenker (FWG) rügte, dass die Thaler-Gruppen seit der Wahl alle Planer weiterarbeiten ließen und einen Monat später nun einen Stopp zur Diskussion stellten: "Das ist kein Stil."
Nach Darstellung des Gemeindebauamts wurden für die Rathausplanung bisher 385.000 Euro ausgegeben. Darin enthalten sind freilich auch Grundlagenuntersuchungen, die auch bei einem eventuellen Neubau nützlich blieben. Weiterhin ausgegeben werden müssten auch im Fall eines Planungsstopps weitere 130.000 Euro für bereits rechtswirksam beauftragte Leistungen. Und eine erneute Ausschreibung für eine Neuplanung käme im sparsamsten Fall auf rund 70.000 Euro.
Während es CSU und FWG für nicht vertretbar hielten, diese Summen abzuschreiben, hielt Sylvia Jung (BfE) dagegen, dass mit einem Neubau nach ihrer Ansicht mindestens zwei Millionen Euro gegenüber dem beschlossenen Umbau gespart werden könnten, so dass sich der Schaden ins Plus drehen werde.
Mit 8:5 Stimmen lehnte der Ausschuss den Planungsstopp ab und vergab die Genehmigungsplanung für Bauphysik, Tragwerksplanung und Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektrik an die Büros, deren Entwürfe in den vergangenen Monaten gebilligt worden waren.
 
(mit einigen Gedanken dazu)
 
(hierzu ist ein Lesermail eingegangen)

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